
Erste Wundversorgung
Schnittwunden
Bei Schnittwunden gibt es einige wichtige Schritte, um die Wunde richtig zu versorgen und Komplikationen zu vermeiden:
Kurz bluten lassen: Lassen Sie die Wunde zunächst kurz bluten. Dadurch können Schmutz und Krankheitserreger, die möglicherweise in die Wunde gelangt sind, ausgespült werden. Dies verringert das Infektionsrisiko.
Wundränder desinfizieren: Nach dem kurzen Bluten sollten Sie die Wunde vorsichtig reinigen und die Wundränder mit einem antiseptischen Mittel desinfizieren. Dies hilft, Bakterien abzutöten und Infektionen wie eitrige Entzündungen oder im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung (Sepsis) zu verhindern.
Wunde abdecken: Nachdem die Wunde gereinigt und desinfiziert wurde, sollte sie mit einem sterilen Verband oder Pflaster abgedeckt werden, um eine Infektion durch äußere Einflüsse zu vermeiden.
Sollte die Wunde tief sein oder stark bluten, ist es ratsam, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Achten Sie zudem auf Symptome wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen, die auf eine Infektion hindeuten könnten.
Schürfwunden
Schürfwunden entstehen in der Regel durch Abrieb der obersten Hautschicht und sind daher weniger tief, was erklärt, warum sie weniger stark bluten. Trotzdem können sie aufgrund ihrer Größe und der möglichen Verschmutzung sehr unangenehm und schmerzhaft sein.
Weniger starke Blutung: Schürfwunden bluten in der Regel nicht so stark, da sie nur die oberflächlichen Hautschichten betreffen. Dennoch sollten sie ernst genommen werden, insbesondere wenn sie großflächig und verschmutzt sind.
Schmerzhafte und verschmutzte Wunden: Da Schürfwunden oft auf äußere Einflüsse wie Asphalt, Erde oder Schmutz zurückzuführen sind, ist eine gründliche Reinigung unerlässlich, um Infektionen zu verhindern.
Reinigung der Wunde: Verwenden Sie ein steriles Tuch und ein desinfizierendes Mittel, um die Wunde behutsam zu reinigen. Tupfen Sie vorsichtig, anstatt zu reiben, um die Haut nicht zusätzlich zu reizen und den Schmutz effektiv zu entfernen.
Vermeidung von Puder, Salben oder Wasser: Puder, Salben, Sprays oder Wasser sollten nicht auf eine frische, offene Schürfwunde aufgetragen werden, da sie die Wunde verunreinigen oder die Heilung beeinträchtigen könnten. Das Einbringen von Fremdstoffen kann das Risiko von Infektionen erhöhen.
An der Luft trocknen lassen: Nach gründlicher Reinigung kann die Schürfwunde an der Luft trocknen. Die Bildung einer Schorfkruste ist ein natürlicher Heilungsprozess und schützt die Wunde vor weiteren Verschmutzungen und Infektionen. Der Schorf fällt später von selbst ab, wenn die Haut darunter vollständig regeneriert ist.
Wenn die Wunde besonders groß oder tief ist oder nicht gut heilt, sollte ein Arzt konsultiert werden, um Infektionen oder andere Komplikationen auszuschließen.
Starke Blutungen
Kleinere Wunden hören in der Regel innerhalb weniger Minuten von selbst auf zu bluten. Falls die Blutung jedoch anhält, sollten Sie Maßnahmen ergreifen, um sie zu stoppen. In diesem Fall ist ein Druckverband erforderlich, um den Blutfluss zu kontrollieren und die Blutung zu stillen.
Anleitung für einen Druckverband:
Wunde abdecken: Decken Sie die blutende Stelle zuerst mit einer sterilen Wundauflage ab. Dadurch wird die Wunde geschützt und eine Infektion vermieden.
Verband anlegen: Wickeln Sie eine Mullbinde um die Wundauflage, um sie zu fixieren. Achten Sie darauf, die Wundauflage fest, aber nicht zu straff zu befestigen, sodass der Verband die Wunde sicher bedeckt, aber den Blutfluss nicht behindert.
Druckpolster aufbringen: Platzieren Sie ein Druckpolster direkt auf der Wundauflage. Eine zusammengefaltete Mullbindenrolle oder ein Zellstoffpolster eignen sich gut dafür. Das Polster sorgt für den notwendigen Druck auf die Wunde, um die Blutung zu stillen.
Polster fixieren: Wickeln Sie erneut eine Mullbinde um das Druckpolster, um dieses sicher zu fixieren. Achten Sie darauf, dass der Verband straff genug sitzt, um Druck auf die Wunde auszuüben, aber nicht so fest, dass der Blutrückfluss in den Venen behindert wird. Ein zu fester Verband kann den Blutabfluss erschweren und die Blutung sogar verstärken.
Blutung kontrollieren: Falls das Blut durch den Verband nach außen dringt, legen Sie einen weiteren Druckverband direkt über den ersten. Es ist wichtig, die Blutung zu kontrollieren, ohne die Durchblutung zu unterbrechen.
Hinweis:
- Druckverband nicht zu fest anlegen: Ein zu straff angelegter Verband kann die Blutzirkulation stören, was zu einer Verschlimmerung der Blutung führen kann. Überprüfen Sie regelmäßig, ob der Bereich unterhalb des Verbandes durchblutet ist, indem Sie z.B. die Hautfarbe und Temperatur kontrollieren.
Sollte die Blutung trotz dieser Maßnahmen nicht aufhören oder sich der Zustand verschlechtern, sollten Sie unverzüglich medizinische Hilfe aufsuchen.
Platzwunden
Bei größeren oder tiefen Wunden, die klaffen, kann es erforderlich sein, dass sie genäht oder geklammert werden, um eine optimale Heilung zu gewährleisten und Infektionen zu verhindern. Für die Erstversorgung solcher Wunden sind jedoch einige wichtige Schritte notwendig, um die Blutung zu kontrollieren und die Wunde vor weiteren Verunreinigungen zu schützen.
Schritte zur Erstversorgung:
Blutung stoppen: Um die Blutung zu kontrollieren, drücken Sie eine sterile Kompresse auf die Wunde. Dies übt direkten Druck auf die verletzte Stelle aus und hilft, die Blutung zu stoppen.
Kompresse fixieren: Befestigen Sie die Kompresse vorsichtig mit einem Fixierpflaster, um sicherzustellen, dass sie an Ort und Stelle bleibt und weiterhin Druck auf die Wunde ausübt. So wird verhindert, dass sich die Wunde weiter öffnet oder mehr Schmutz eindringt.
Blutung bei stärkeren Wunden: Wenn die Wunde stärker blutet, wickeln Sie zusätzlich eine Mullbinde um die Kompresse und das Fixierpflaster, um den Druck zu erhöhen und die Blutung besser zu kontrollieren. Achten Sie darauf, die Binde fest, aber nicht zu straff anzulegen, um die Durchblutung nicht zu beeinträchtigen.
Wichtiger Hinweis:
- Ärztliche Versorgung: Bei größeren Wunden, die genäht oder geklammert werden müssen, sollten Sie so schnell wie möglich ärztliche Hilfe aufsuchen, um eine fachgerechte Versorgung sicherzustellen und das Infektionsrisiko zu minimieren. Auch wenn die Blutung erfolgreich gestoppt wurde, ist es wichtig, dass der Arzt die Wunde richtig schließt.
Die Erstversorgung dient dazu, die Blutung zu kontrollieren und die Wunde sauber zu halten, bis eine professionelle Versorgung möglich ist.
